Eine Lidrandentzündung, auch Blepharitis genannt, kann sehr unangenehm sein. Sie zeigt sich durch Rötungen, Schwellungen und Juckreiz an den Augenlidern. Manchmal haben Betroffene auch mehr Tränenflüssigkeit oder trockene Augen. Obwohl Blepharitis in der Regel nicht zu bleibenden Sehstörungen führt, kann sie, wenn sie chronisch bleibt und nicht behandelt wird, zu Narbenbildung und anderen Problemen führen. Wenn Sie starke Rötungen, anhaltende Sehstörungen oder extreme Trockenheit verspüren, ist es wichtig, einen Augenarzt aufzusuchen. So können ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen und rechtzeitig behandelt werden.

Was ist Blepharitis?
Blepharitis, auch Lidrandentzündung genannt, ist eine häufige Augenkrankheit, bei der die Ränder der Augenlider entzündet sind. Sie kann sowohl akut als auch chronisch auftreten und ist oft durch Symptome wie Juckreiz, Brennen, Rötung und Schwellung der Lidränder gekennzeichnet. Häufig sind auch verklebte oder verkrustete Wimpern sichtbar, vor allem morgens nach dem Aufwachen.
Formen der Blepharitis
Es gibt zwei Hauptformen der Blepharitis: die anteriore und die posteriore Blepharitis. Die anteriore Form betrifft die Vorderseite des Lidrands, dort, wo die Wimpern wachsen, und ist oft durch bakterielle Infektionen oder Hautprobleme wie seborrhoische Dermatitis bedingt. Die posteriore Blepharitis betrifft hingegen die inneren Bereiche des Lidrands und steht häufig mit einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen in Verbindung, die für die Produktion der Lipidschicht des Tränenfilms zuständig sind. Eine chronische Entzündung dieser Drüsen kann zu Verstopfungen führen und die Verdunstung der Tränenflüssigkeit beschleunigen, was oft auch „trockene Augen“ zur Folge hat.
Was sind die Symptome einer Blepharitis?
Blepharitis kann eine Vielzahl unangenehmer Symptome verursachen, die je nach Form und Ursache der Erkrankung variieren. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Juckreiz und Brennen an den Lidrändern, gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit und ein Fremdkörpergefühl, das oft wie Sand im Auge wirkt. Viele Betroffene berichten, dass die Symptome morgens besonders stark ausgeprägt sind, was die Blepharitis von anderen Augenproblemen wie dem „trockenen Auge“ unterscheidet, bei dem die Beschwerden im Laufe des Tages tendenziell zunehmen.
Bei der akuten Blepharitis gibt es zwei Hauptformen. Bei der ulzerierenden Variante können sich kleine Pusteln an den Wimpernfollikeln bilden, die beim Aufplatzen flache, blutende Wunden hinterlassen. Nachts können die Augenlider durch getrocknete Sekrete verkleben, was sehr unangenehm ist. Wiederholte Entzündungen können zudem Narbenbildung und Wimpernverlust oder -fehlstellungen verursachen. Die nichtulzerierende Form äußert sich durch geschwollene und gerötete Lidränder, wobei die Wimpern oft durch getrocknete seröse Flüssigkeit verkrusten.
Die chronische Blepharitis verläuft schleichend und zeigt andere Symptome. Bei Funktionsstörungen der Meibom-Drüsen sind häufig die Drüsenöffnungen verstopft, sodass bei Druck ein dickes, wachsartiges Sekret austritt. Die Augen wirken dann oft gerötet und geschwollen. Bei der seborrhoischen Blepharitis sind die Lidränder mit fettigen, leicht entfernbaren Schuppen bedeckt, die sich am Wimpernansatz ansammeln. Häufig berichten Betroffene auch über ein Fremdkörpergefühl, schnelle Ermüdung der Augen und gelegentlich verschwommenes Sehen, was auf eine begleitende Keratoconjunctivitis sicca hindeuten kann.
Ein weiterer Aspekt ist der Demodex-Befall, der eine besonders hartnäckige Form der Blepharitis darstellen kann. Sie zeigt sich durch Juckreiz, Rötung und Entzündungen, wobei oft charakteristische zylindrische Ablagerungen am Wimpernansatz sichtbar sind.
Kann Blepharitis das Sehvermögen beeinträchtigen?
Blepharitis kann tatsächlich das Sehvermögen beeinträchtigen. Wenn die Entzündung am Lidrand nicht behandelt wird, kann sie sich auf die Augenoberfläche und die Funktion der Meibom-Drüsen auswirken. Diese Drüsen sind wichtig, weil sie eine fettige Schicht produzieren, die hilft, den Tränenfilm stabil zu halten.
Wenn die Meibom-Drüsen nicht richtig funktionieren, kann das zu einem instabilen Tränenfilm führen. Das bedeutet, dass die Augen nicht genug Feuchtigkeit bekommen, was zu trockenen Augen und unangenehmen Symptomen führt. Diese Trockenheit kann das Sehen beeinträchtigen und dazu führen, dass die Sicht verschwommen ist.
Außerdem kann eine unbehandelte Blepharitis die Hornhaut – die klare Schicht an der Vorderseite des Auges – reizen oder entzünden. Wenn das passiert, können Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und noch mehr Sehstörungen auftreten.
Was verursacht Blepharitis?
Blepharitis kann durch eine Reihe von Faktoren ausgelöst oder verschlimmert werden, die Entzündungen an den Lidrändern verursachen.
Bakterielle Infektionen
Blepharitis wird oft durch Bakterien (zum Beispiel Staphylokokken) verursacht, die sich an den Wimpern und Lidrändern ansiedeln. Bei einer sogenannten ulzerierenden Blepharitis können sich kleine Pusteln in den Wimpernfollikeln bilden, die bei Aufbrechen flache Geschwüre hinterlassen. Diese Infektionen sind besonders häufig bei einer gestörten Lidhygiene und können zu wiederkehrender Entzündung und Narbenbildung führen.
Verstopfung der Meibom-Drüsen
Die Meibom-Drüsen, die eine Lipidschicht für den Tränenfilm produzieren, können durch zähes Sekret oder wachsartige Ablagerungen verstopfen. Bei dieser „Meibom-Drüsendysfunktion“ werden die Augenlider geschwollen, und die Tränen verdunsten schneller, was trockene Augen und eine Chronifizierung der Blepharitis zur Folge haben kann.
Hauterkrankungen
Erkrankungen wie Rosacea und seborrhoische Dermatitis betreffen häufig auch die Augenlider. Rosacea kann die Meibom-Drüsen reizen und Schuppenbildung an den Lidrändern fördern, was die Augen empfindlicher gegenüber Entzündungen macht. Menschen mit seborrhoischer Dermatitis haben oft fettige, leicht entfernbarer Schuppen entlang der Augenlider, die zu Irritationen führen können.
Allergien und Umweltfaktoren
Allergische Reaktionen auf Pollen, Staub oder Kosmetika können die Lidränder reizen. Auch allergische Blepharitis führt oft zu starkem Juckreiz und Rötung der Lidränder. Der wiederholte Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen, zum Beispiel durch Make-up oder Kosmetik, kann das Risiko erhöhen.
Parasiten wie Demodex
Demodex-Milben, die sich in den Wimpernfollikeln ansiedeln, sind häufig die Ursache einer chronischen Blepharitis. Diese Parasiten können eine hartnäckige, juckende Entzündung verursachen, die nur schwer auf normale Behandlungsmaßnahmen anspricht.
Kontaktlinsen und Hygiene
Eine schlechte Kontaktlinsen-Hygiene oder das Tragen von Kontaktlinsen über Nacht können ebenfalls Blepharitis begünstigen. Durch die Reibung am Auge und eine geringere Sauerstoffversorgung wird die Augenoberfläche anfälliger für Entzündungen.
Wie wird Blepharitis diagnostiziert?
Zur Diagnosestellung wird eine Spaltlampenuntersuchung herangezogen. Dabei untersucht der Augenarzt die Lidränder, Wimpern und Meibom-Drüsen genau auf Anzeichen wie Entzündungen, Verkrustungen, Schuppungen, Verstopfungen und Sekretaustritt. Auch Veränderungen wie Rötungen, Schwellungen oder Pusteln können so sichtbar gemacht werden. Häufig wird auch die Tränenproduktion gemessen, da Blepharitis oft mit trockenen Augen einhergeht. Das erfolgt durch den Schirmer-Test, bei dem ein kleines Filterpapier im Augenwinkel platziert wird, das die Tränen aufnimmt. So lässt sich die Menge der Tränenflüssigkeit bestimmen, was wichtige Hinweise auf das Ausmaß der trockenen Augen gibt. Zusätzlich kann bei einer chronischen oder posterioren Blepharitis der Zustand der Meibom-Drüsen durch eine Meibographie überprüft werden, ein bildgebendes Verfahren, das zeigt, ob die Drüsen verstopft oder entzündet sind.
In seltenen Fällen, vor allem bei der chronischen Blepharitis, die auf Behandlung nicht anspricht, kann eine Biopsie erforderlich sein. Dadurch können Lidtumore oder immunvermittelte Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome hervorrufen könnten. Auch mikrobiologische Tests, zum Beispiel Abstriche der Lidränder, können helfen, bakterielle oder virale Erreger zu identifizieren, wenn der Verdacht auf eine resistente oder atypische Infektion besteht.
Wie kann man zwischen verschiedenen Ursachen der Lidrandentzündung unterscheiden?
Zur Differenzierung der Ursachen können charakteristische Merkmale helfen: Bei einer bakteriellen Infektion finden sich oft Verkrustungen und eitrige Sekrete am Wimpernrand, während allergische Ursachen meist mit starkem Juckreiz und einer serösen Flüssigkeit einhergehen. Eine seborrhoische Blepharitis zeigt ölige, leicht entfernbaren Schuppen und tritt häufig in Verbindung mit Rosacea oder seborrhoischer Dermatitis auf. Hinweise auf einen Befall mit Demodex-Milben, einer weiteren Ursache chronischer Blepharitis, können unter dem Mikroskop erkannt werden, wobei sich zylindrische Hülsen an den Wimpern als charakteristisches Anzeichen zeigen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Blepharitis?
Konservative Maßnahmen
Die Behandlung von Blepharitis beginnt oft mit konservativen Therapien, die helfen, die Symptome zu lindern und die Heilung zu unterstützen. Zu diesen grundlegenden Maßnahmen gehören warme Kompressen und eine sorgfältige Lidrandhygiene.
Warme Kompressen
Warme Kompressen sind besonders hilfreich, um verstopfte Drüsen zu öffnen und den Abfluss von Sekreten zu erleichtern. Es wird empfohlen, täglich für fünf bis zehn Minuten ein sauberes, warmes Tuch auf die Augen zu legen. Die Wärme hilft, zähes Sekret in den Meibom-Drüsen zu verflüssigen und kann die Entzündung lindern. Achten Sie darauf, das Tuch nach jeder Anwendung zu wechseln, um eine erneute Verunreinigung zu vermeiden.
Lidrandmassage
Direkt nach den Kompressen sollten Sie die Lidränder sanft massieren, um das verflüssigte Sekret aus den Drüsen zu lösen. Massieren Sie beim Oberlid von oben nach unten und beim Unterlid von unten nach oben, stets in Richtung der Wimpern. Das fördert die Entleerung der verstopften Drüsen und verbessert die Funktion der Lidranddrüsen.
Lidrandreinigung
Eine regelmäßige Lidrandreinigung ist entscheidend. Verwenden Sie dafür eine spezielle, antibakterielle Reinigungslösung aus der Apotheke. Reinigen Sie den Lidrand vorsichtig mit einem fusselfreien Wattestäbchen oder einem einmal verwendeten Wattepad, um eine erneute Verschleppung von Bakterien zu vermeiden. Diese Reinigungsmethode entfernt Ablagerungen und reduziert die Bakterienbelastung.
Falls sich die Symptome trotz gründlicher Lidrandhygiene nicht bessern oder wenn sich die Entzündung verschlimmert, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Ein Arztbesuch ist besonders wichtig, wenn starke Schmerzen, anhaltende Rötungen, Sehstörungen oder schmerzhafte Pusteln und Geschwüre auftreten. In solchen Fällen kann eine weiterführende Behandlung mit Medikamenten wie Antibiotika oder entzündungshemmenden Augentropfen erforderlich sein.
Medikamentöse Behandlung
Bei akuten oder stärker ausgeprägten Formen der Erkrankung sind zusätzliche medikamentöse Behandlungen notwendig.
Akute Blepharitis
Bei ulzerierender Blepharitis kommen oft antibiotische Salben wie Erythromycin oder Bacitracin/Polymyxin B zum Einsatz. Diese helfen, bakterielle Infektionen zu bekämpfen. Wenn die Blepharitis durch Viren wie Herpes oder Windpocken verursacht wird, können Medikamente wie Aciclovir erforderlich sein. Bei Schwellungen, die länger als einen Tag bestehen, können kortisonhaltige Salben helfen, die Entzündung zu reduzieren.
Chronische Blepharitis
Für chronische Formen, wie die seborrhoische Blepharitis oder Probleme mit den Meibom-Drüsen, sind oft längere Behandlungsstrategien nötig. Hier können antibiotische Salben oder entzündungshemmende Augentropfen helfen. In hartnäckigen Fällen können auch orale Antibiotika wie Azithromycin verschrieben werden. Bei Blepharitis durch Demodex-Milben sind milde Teebaumöle oder hypochlorige Säure nützlich.
Neuere Therapien
Eine vielversprechende neue Methode zur Behandlung ist die Lichttherapie (Intense Pulsed Light, IPL). Diese Therapie kann Entzündungen reduzieren und die Funktion der Drüsen verbessern.
Unterstützung für trockene Augen
Zusätzlich kann eine sekundäre Keratokonjunktivitis sicca, die durch erhöhte Tränenverdunstung auftritt, mit Tränenersatzmitteln behandelt werden. In schwereren Fällen können Punctum Plugs eingesetzt werden, die den Abfluss der Tränenflüssigkeit verringern und die Feuchtigkeit im Auge länger halten.
Wie lange dauert Blepharitis?
Die Dauer einer Blepharitis kann sehr unterschiedlich sein und hängt davon ab, ob es sich um eine akute oder chronische Form handelt. Bei akuten Fällen klingen die Symptome in der Regel innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen ab, wenn die Behandlung richtig durchgeführt wird.
Anders sieht es bei chronischer Blepharitis aus. Diese Form kann langwierig sein und die Symptome können über Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass chronische Blepharitis immer wiederkehrt, was bedeutet, dass man regelmäßig auf die Lidpflege achten sollte. Durch gute Hygiene und Pflege der Augenlider lässt sich das Risiko von Rückfällen deutlich verringern.
Was passiert, wenn man eine Lidrandentzündung nicht behandelt?
Wenn eine Lidrandentzündung nicht behandelt wird, kann das zu verschiedenen Problemen führen, da sich die Entzündung auf die umliegenden Bereiche ausbreiten kann. Zum Beispiel kann es zu Bindehautentzündungen kommen, die durch die ständige Reizung und Infektion des Lidrands entstehen. Auch Hornhautentzündungen sind möglich, besonders wenn sich die Infektion ausbreitet oder wenn reibende Wimpern die Hornhaut reizen.
Zudem können sich Veränderungen an den Lidern entwickeln, wie Narbenbildung oder dauerhafte Veränderungen der Lidränder. Diese können nicht nur kosmetisch störend sein, sondern auch das Risiko für zukünftige Entzündungen erhöhen. Außerdem kann die Funktion der Meibom-Drüsen beeinträchtigt werden, was zu trockenem Auge und einer erhöhten Empfindlichkeit der Augen führen kann.
Wie kann man Blepharitis vorbeugen?
Um Blepharitis vorzubeugen und Ihr Sehvermögen zu schützen, ist es wichtig, Ihre Augenlider regelmäßig zu pflegen. Eine einfache tägliche Hygiene hilft dabei, Beschwerden zu vermeiden. Warme Kompressen können dabei helfen, festes Sekret in den Drüsen zu lösen, während sanfte Massagen der Lidränder und gründliche Reinigungen Entzündungen lindern.
Wenn Sie oft unter trockenen Augen leiden, können Tränenersatzmittel eine gute Lösung sein, um die Feuchtigkeit im Auge zu halten. Bei stärkeren Symptomen könnte Ihr Augenarzt Ihnen Salben oder spezielle Punctum Plugs empfehlen, die die Feuchtigkeit auf der Augenoberfläche länger bewahren.
Eine ausgewogene Ernährung trägt ebenfalls zur Gesundheit Ihrer Augen bei. Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren, wie Fisch, Walnüsse und Chiasamen, können Entzündungen reduzieren und die Funktion Ihrer Drüsen unterstützen.
Achten Sie auch auf die Produkte, die Sie für Ihre Hautpflege verwenden. Duftstofffreie und hypoallergene Produkte helfen, Reizungen der Augenlider zu vermeiden. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie auf sanfte Linsenpflegemittel achten und während akuter Entzündungen besser auf das Tragen von Linsen verzichten.
Vermeiden Sie zudem das Reiben Ihrer Augen, da das Keime übertragen und Entzündungen fördern kann. Durch regelmäßige Lidrandpflege mit warmen Kompressen und speziellen Reinigungstüchern können Sie viele Reizstoffe und Bakterien entfernen.
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